Möglicherweise vorhandene Schußwaffen auf HK und ihr Verbleib


Auf Hinterkaifeck hat es 1920/21 mit Sicherheit mindestens eine Schußwaffe gegeben.

Dazu gibt es zwei Aussagen:

Ein Rupert Scheppach war 1919/20 als Hamsterer einige Male auf HK. Wohl 1920 war er von Andreas Gruber gebeten worden, ein Gewehr zu reparieren und brachte ihm im gleichen Jahr ein halbes Pfund Schrotkörner, verpackt in einer mit seinem Namen und dem Vermerk “Lohn für den 2. mit 8.2.1920” beschrifteten Lohntüte. Weil diese Lohntüte später in der Kammer der ermordeten Magd gefunden wurde, wurde Scheppach polizeilich vernommen. (Anm.: Siehe auch Leuschner, 3. Auflage, S. 177.: “Einmal habe ihn der alte Gruber gebeten, ein Gewehr nachzusehen. Scheppach merkte, daß es einen neuen Zündkegel brauchte und versprach, dies beim nächsten Mal in Ordnung zu bringen.”)

Von der ehemaligen Hinterkaifecker Magd Kreszenz Rieger gibt es ein Vernehmungsprotokoll vom 09.07.1952. Dort erwähnt sie u.a.:

“Bekannt wurde mir, daß die Thalerbuben schon ein Jahr zuvor (Anm.: gemeint ist das Jahr vor dem Mord, also 1921) in dem Wagenschupfen (Anm.: wohl dem ehem. Maschinenhaus) nachts von Gruber angetroffen wurden. Damals soll ihnen der alte Gruber mit einem Infanteriegewehr nachgeschossen haben. Ich habe seinerzeit den Schuß gehört. Mir sagte man aber nicht, was die Ursache des Schußes war, damit ich in meinem schwangeren Zustand nicht mehr Schrecken habe.”

R.P.
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